Projekttag Geschichte Klasse 12 zur Friedlichen Revolution in Plauen 1989

Vor 30 Jahren lag in Plauen etwas in der Luft – am 7.10.89 sollte ein Fest in der Stadt stattfinden – die DDR wollte ihren 40. Geburtstag feiern.

Die Stimmung entsprach aber in diesem Herbst bei vielen Bürgern keiner Feierlaune.

Viele Menschen begaben sich an diesem Tag am Nachmittag in die Innenstadt. Sie hatten Gerüchte gehört von einem Aufruf zu einer Demo, auf der Forderungen gegenüber dem Staat vorgebracht werden sollten.

Sie wussten nicht, was passieren würde und viele hatten ein mulmiges Gefühl, denn in der DDR gab es Demos nur, wenn sie vom Staat angeordnet wurden und ein Bekenntnis zu diesem ausdrücken sollten.

Alle wussten, dass solche Protestversuche 1953 in der DDR, 1956 in Ungarn und 1968 in der CSSR gewaltsam und mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht niedergeworfen wurden.

Aber sie hatten den Mut.

Zu ihnen gehörten unsere Gäste, die zum Projekttag am 7.10.2019 zu uns ins Diesterweg-Gymnasium kamen:

Steffen Kollwitz, der zu einer in der Markuskirche entstandenen Gruppe gehörte, die sich trauten, die Kommunalwahlen im Mai 1989 zu beobachten.

Helmut Henke, der damals Pfarrer in der Markuskirche war, ebenfalls zu dieser Gruppe „Umdenken durch nachdenken“ gehörte und einer derjenigen Pfarrer war, die am 05.10.1989 die Friedensgebete in der völlig überfüllten Markuskirche abhielten.

Siegmar Wolf, der den Mut aufbrachte, heimlich ein Transparent zu entwerfen, am 7.10. auszurollen und so seine Forderungen, die denen vieler anderer entsprachen, zu zeigen.

Peter Luban, der ebenfalls Teilnehmer der Demo am 7.10.89 in Plauen war und in den folgenden Wochen und Monaten zu denen gehörte, die den Willen der Bürger gegenüber der noch existierenden Staatsmacht am Runden Tisch zum Ausdruck brachten.

Jens Bühring, der am 7.10. mit dabei war und noch einmal die Staatsmacht zu spüren bekam, als er am gleichen Abend zu den Verhafteten gehörte.

Er gestaltete den musikalischen Abschluss des Projekttages mit einem eigens für uns entwickelten Programm.

Die Durchführung unseres Projekttages war nur möglich durch die finanzielle Unterstützung des Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Von dieser Einrichtung ist Maximilian Heidrich zu uns aus Dresden gekommen, der einen Workshop zur Staatssicherheit leitete.

Unsere Gäste haben den Wunsch, dass das, was sie damals mit erreicht haben – frei und selbstbestimmt leben zu dürfen – als wertvoll erkannt, vor Vereinnahmung  geschützt und verteidigt wird.