Am 12. und 17.03.2026 unternahmen die 10. Klassen des Diesterweg-Gymnasiums eine Exkursion nach Chemnitz in den „Lern- und Gedenkort Kaßberg„, der die Geschichte des dortigen Gefängnisses aufarbeitet und in einem originalen Trakt der ehemaligen Haftanstalt in einer anschaulichen, multimedialen Ausstellung präsentiert.
Obwohl die Ausstellung das Gefängnis seit seiner Entstehung in den unterschiedlichen Nutzungsphasen durch die Nationalsozialisten, die sowjetische Militärbesatzung und das Ministerium für Staatssicherheit darstellt, fokussierten wir uns besonders auf seine Funktion als Stasi-Gefängnis, da die Exkursion im Lernbereich der DDR-Geschichte angesiedelt ist.


So erhielten wir eine kurzweilige Überblicksführung zur Architektur des Gefängnisses und seiner Funktion als Haftanstalt der Staatssicherheit. Für viele Schüler/-innen waren insbesondere die Informationen zum Freikauf, der über den Kaßberg abgewickelt wurde, spannend, da dieser Aspekt im Unterricht nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wiederum andere Aspekte des Rundgangs konnten die Lernenden bereits durch eigenes Wissen ergänzen, was ihnen ein großes Lob von unserer Museumspädagogin Frau Hahn einbrachte.



Auf der Grundlage der Führung erhielten die Schüler/-innen in kleinen Teams anschließend den Auftrag, sich mit den Einzelschicksalen verschiedener Zeitzeugen zu beschäftigen, die im Kaßberg-Gefängnis inhaftiert waren. In den ehemaligen Zellen stellt die Ausstellung die Lebensgeschichten dieser Zeitzeugen umfangreich dar: An den Wänden werden das Leben vor und nach der Haft, die Haftgründe und -bedingungen sowie -erlebnisse ausführlich in Text, Bild und Originalquellen aufgezeigt. Zudem nutzten die Schüler/-innen auch die in Film und Ton aufgenommen Zeitzeugenaussagen, die man in jeder Zelle ansehen kann. So gewannen sie anhand der genauen Auseinandersetzung einen Einblick in die oft konstruierten Gründe zur Verurteilung von Menschen, die z. B. die DDR verlassen wollten oder sich systemkritisch äußerten.



Am Ende blieb bei allen eindrücklich in Erinnerung, dass nicht jeder Mensch in der DDR seine Freiheitsrechte so in Anspruch nehmen und ausleben konnte, wie wir es heute können. So trägt der „Lern- und Gedenkort Kaßberg“ dazu bei, dass wir im Vergleich mit der Geschichte unsere heutigen demokratischen Grundrechte stärker (und als nicht selbstverständlich) wahrnehmen und hoffentlich auch zu schätzen wissen!
Das größte Lob der Schüler/-innen war wohl, dass sie sich noch mehr Zeit zur Beschäftigung mit dem Gebäude und der Ausstellung gewünscht hatten. Nicht nur daran, sondern auch an der konzentrierten und interessierten Teilnahme an der Führung war deutlich zu spüren, dass der Besuch in der Ausstellung von allen ernst genommen und als Lerngelegenheit genutzt wurde. Das wiederum freute natürlich die begleitenden Lehrkräfte besonders, denn so wurde im Feedback die Exkursion von allen Seiten als gewinnbringende Veranstaltung eingeschätzt.
Text: Fr. Stegemann, Bilder: Fr. Stegemann, Fr. Schreyer, Caroline A. (Kl. 10b)














