Unser erster Besuch bei einem Poetry Slam am 07.10.2026: Dieser fand zum Thema „Ungleichheit“ statt und hatte einiges zu bieten! Mal wurde gelacht, mal nachdenklich zugehört, mal sorgten überraschende Gedanken für Gesprächsstoff. Von Ost-West-Unterschieden über Demokratie und persönliche Schicksalsschläge bis hin zu Dating und Männlichkeitsbildern reichte die thematische Vielfalt. Dabei zeigte sich schnell: Ungleichheit begegnet uns in vielen Formen – und manchmal lohnt es sich, genauer hinzuhören, um sie zu entdecken. Wer das Publikum am Ende am meisten überzeugen konnte, wurde nicht durch eine Jury, sondern durch den Applaus entschieden. Ein spannender Abend nahm seinen Lauf!

In drei Runden stellten sich vier Teilnehmende mit ihren selbst verfassten Texten dem Publikum: Skog Ogvann, Lucas Schemenz, Markus Winterweiß und Heidi Wagner. Sie setzten sich mit Ungleichheit, gesellschaftlichen Erwartungen, persönlichen Erfahrungen und zwischenmenschlichen Beziehungen auseinander.
Drei Runden voller unterschiedlicher Perspektiven
Bereits in der ersten Runde wurde die thematische Vielfalt des Poetry Slams deutlich. Skog Ogvann beschäftigte sich mit Ost-West-Unterschieden und dem Thema Adoption. Lucas Schemenz griff das Thema Obdachlosigkeit aus einer ungewöhnlichen Perspektive auf. Markus Winterweiß setzte sich mit Demokratie und Mitbestimmung auseinander und lud damit dazu ein, über Beteiligung und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken. Heidi Wagner ergänzte die Runde mit einem Beitrag zur heilen Welt in den „Conni-Büchern“.
In der zweiten Runde wurden die Texte persönlicher und teilweise auch ernster. Heidi Wagner thematisierte die Depression ihrer Mutter und gab damit Einblicke in eine familiäre Situation, die Betroffene vor besondere Herausforderungen stellen kann. Markus Winterweiß widmete sich der Begegnung mit Vierecken und Kästen. Lucas Schemenz beschrieb in einem sehr emotionalen Text die tödliche Krankheit seiner Mutter. Skog Ogvann griff schließlich das Thema Schulbildung auf.
Die unterschiedlichen Beiträge zeigten, dass sich das Thema Ungleichheit nicht auf einen einzigen Lebensbereich beschränken lässt. Es kann in gesellschaftlichen Strukturen sichtbar werden, in persönlichen Schicksalen zum Ausdruck kommen oder sich in scheinbar alltäglichen Situationen verbergen.


Das Finale: Dating, Männlichkeit und die Frage nach dem eigenen Selbstbild
Besonders spannend wurde es in der dritten Runde, in der Heidi Wagner und Lucas Schemenz mit ihren Texten gegeneinander antraten. Heidi Wagner setzte sich mit der Frage auseinander, ob man beim Dating eine Rolle spielen oder einfach man selbst sein sollte. Ihr Text stellte damit die Frage nach Authentizität und danach, wie sehr Menschen versuchen, bestimmten Erwartungen zu entsprechen, um anderen zu gefallen.
Lucas Schemenz wählte einen humorvollen und zugleich provokanten Zugang. Sein Text handelte von einem „hitzigen Chilli“, das beim ersten Date als Beweis für Männlichkeit bemüht wurde. Der Beitrag spielte auf Vorstellungen von Stärke und männlichem Selbstverständnis an und zeigte, wie absurd der Versuch wirken kann, die eigene Männlichkeit unbedingt beweisen zu müssen.
Das Publikum entscheidet – Lucas Schemenz gewinnt
Wer den Poetry Slam gewinnen würde, entschied das Publikum durch seinen Applaus. Nach den drei Runden stand fest: Lucas Schemenz gewann!
Als Preis erhielt er ein Buch. Darüber hinaus durfte er dem Publikum etwas Geld abnehmen – eine ungewöhnliche und augenzwinkernde Belohnung, die für zusätzliche Unterhaltung sorgte.
Die Entscheidung durch das Publikum machte deutlich, dass ein Poetry Slam nicht nur von den Texten und deren Vortrag lebt, sondern auch von der unmittelbaren Reaktion der Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie waren nicht bloß Gäste, sondern wurden aktiv in das Geschehen einbezogen.
Ein Abend, der in Erinnerung bleibt
Der Abend war überraschend, spannend und abwechslungsreich. Gerade weil es für uns die erste Veranstaltung dieser Art war, waren wir neugierig darauf, was uns erwarten würde. Die Vielfalt der Texte sorgte dafür, dass der Abend durchgehend interessant blieb: Witzige und ungewöhnliche Beiträge wechselten sich mit nachdenklichen, persönlichen und traurigen Texten ab. Die Teilnehmenden bewiesen, dass man mit Sprache unterhalten, provozieren, berühren und zum Nachdenken anregen kann. Zugleich wurde deutlich, wie wichtig es ist, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinanderzusetzen.
Ein gelungener Abend, der Lust auf eine Fortsetzung macht! Vielen Dank an Frau Reinsch, dass uns die Möglichkeit geboten wurde, diesen Abend zu erleben.
Text: Karolin Gozmann, Jolien Kalb, Bilder: Fr. Reinsch

























