Jugendfreiheitskonferenz „Widerstand und Verantwortung“ am 17. Juni 2026

Jugendfreiheitskonferenz

Der Einladung zur Jugendfreiheitskonferenz durch Ministerpräsident Michael Kretschmer folgten Schülerinnen und Schüler aus den Geschichtskursen der Jahrgangsstufe 11 am 17. Juni nach Dresden in die Gedenkstätte Bautzner Straße.

Dieser Ort und ebenso der Tag sind bewusst gewählt, da die Gedenkstätte Bautzner Straße ein Ort der Erinnerung, der Bildung sowie Begegnung ist.

Erinnerung

Hier wird an die Opfer der politischen Verfolgung in der Sowjetischen Besatzungszone unter dem NKWD und der DDR erinnert. Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, den Haftkeller der sowjetischen Militäradministration zu besichtigen und, geleitet durch eine Führung über einen Audioguide, an Schicksalen der dort inhaftierten Menschen teilzunehmen. Dieser Ort wurde als besonders emotional empfunden. Dazu tragen mit Sicherheit auch die noch original erhaltenen Räume bei.

Der 17. Juni 1953 erinnert an den Volksaufstand in der DDR, bei dem Arbeiter gegen stetig verschlechternde Arbeitsbedingungen und Normerhöhungen protestiert haben. Dieser Aufstand, der sich zu einem Volksaufstand gegen das SED-Regime in der gesamten DDR ausgeweitet hatte, wurde gewaltsam mit Hilfe der sowjetischen Besatzungsmacht niedergeschlagen. Viele Menschen wurden daraufhin inhaftiert, wie auch zum Beispiel hier in Dresden im Untersuchungsgefängnis der Staatssicherheit in der Bautzner Straße.

Die Friedliche Revolution im Herbst 1989 zeigt dann später, dass das SED-Regime und die DDR am Ende sind. Ein System, das sich nur mit Gewalt aufrechterhalten kann, ist grundsätzlich zum Scheitern verurteilt. Dankbar blicken wir auf die Menschen, die in dieser Zeit den Mut hatten, auf die Straßen zu gehen und für uns den Weg zur Demokratie und auch zur Wiedervereinigung zu ebnen.

Bildung und Begegnung

Wir leben heute in einer Zeit, in der es normal ist, seine Meinung frei zu äußern. In diktatorischen Regimen hat es durchaus Mut gefordert, für seine Überzeugungen einzutreten. Viele Menschen haben diese Entscheidung mit ihrer Freiheit und auch mit ihrem Leben bezahlt.

Viele dieser Menschen saßen in der DDR unter unmenschlichsten Bedingungen im Gefängnis. Ihre Sehnsucht nach Freiheit wird in der Jugendfreiheitskonferenz immer wieder thematisiert. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Workshops Menschen kennen, die sich für ihre Freiheit, ihre Meinung und Grundrechte eingesetzt und somit in Konflikt mit dem DDR-Regime kamen. Ausgehend von den Workshops stellen sich die Fragen: Was ist uns Freiheit heute wert? Sind wir bereit, Verantwortung zu übernehmen – für ein selbstbestimmtes Leben, für andere Menschen, die Demokratie?

Am Nachmittag wurde das Thema »Widerstand und Verantwortung. Was ist mir Freiheit heute wert?« im Gespräch mit Ministerpräsident Michael Kretschmer, Gunter Weißgerber (ehemaliger Abgeordneter der letzten frei gewählten Volkskammer der DDR) und Dr. Nancy Aris (Landesbeauftragte für die Aufarbeitung der SED-Diktatur) mit den Jugendlichen diskutiert und vertieft.

Dieser Tag war sehr bewegend. Es ist immer wieder eine sehr wichtige Erfahrung, zu sehen, dass Freiheit und Demokratie nicht selbstverständlich sind, gerade im Hinblick auf die Erfahrung aus der Vergangenheit. Aber genau aus diesem Grund sollte uns bewusst werden, dass gerade wir in der Pflicht sind, für unsere Demokratie einzustehen und sie zu bewahren.

Text und Bilder: Patricia Strehlau