Wie kann ein Theaterstück, welches schon über 200 Jahre alt ist, noch so modern sein?
Die Beantwortung dieser Frage sahen die Schüler unserer 9. Klassen bei einem Theaterbesuch auf der Kleinen Bühne des Vogtlandtheaters. Am Mittwoch, dem 07.01.2026 wurde das Stück „Nathans Kinder“ von Ulrich Hub gezeigt.

Vorbild war natürlich der Lessingklassiker, gekürzt auf die wichtigsten Handlungsstränge, modernisiert in der Sprache, aber trotzdem noch mit den wichtigsten Originalzitaten versehen, mit überraschenden Einfällen gewürzt und intensiv gespielt, wurden die Schüler abgeholt und in den Bann des Stückes gezogen. Die Intrigen der Mächtigen, die ihre wahren Besitzansprüche hinter der Frage nach der wahren Religion verstecken, muten so gar nicht unmodern an und in der aktuellen Politik lassen sich etliche Parallelen erkennen.
Die Schüler waren restlos begeistert von der Energie der Schauspieler, die durch sehr ruhige Momente auf der Bühne eine knisternde Spannung erzeugten.

Nach der Vorstellung gab es noch eine Nachbeprechung, bei der als Gast Pfarrer Zieboll viele interessante Impulse zu Glauben und Religion geben konnte. Sein Satz, dass man Religion nicht mit Ideologie verwechseln dürfe, ist nicht nur eine Überlegung wert, wenn wir es ernst meinen und gute Menschen sein wollen.
Text: Ulrike Martin, Fotos: Theater Plauen
